Jochen Ott
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Der Schön-Wetter-User

Auf seiner Facebook-Seite mit 4.121 Likes (Stand 20.06.) postet der SPD-Landtagsabgeordnete und OB-Kandidat hauptsächlich Fotos seiner Aktivitäten, z.B. Besuche der Kleingarten Anlage in Weiß, der Birlikte, oder Stadtteilfesten. Am 20. Juni besuchte er gleich fünf Veranstaltungen:

  • Fußball-Dorfmeisterschaft in Ensen „Wetter hält, Stimmung gut“
  • Besuch beim Fest des Gemeinnützigen Vereins „Miteinander Leben“- „Schönes Fest heute auf dem Sürther Marktplatz“
  • Jubiläumsfest des Turnvereins Dellbrück „Schönes Fest heute auf dem Sportplatz“
  • Spielplatz-Initiative Vingst „Wie immer ein tolles Fest“
  • Konzert von Köbes Underground in Dünnwald „Was für ein toller Ort“

Mit dieser wenig innovativen Dokumentation seiner Wahlkampf-Termine bekommt er durchschnittlich < 50 Likes. Die Fotobeschreibungen regen nicht zu Kommentaren an. Folglich bleibt die Kommentarspalte oft leer und somit Facebook in seiner Eigenschaft als Dialogplattform ungenutzt.

Facebook hat sich insbesondere bei Krisenkommunikation als Medium bewährt. So wirkt ein unmittelbares, kurzes Statement bei Facebook authentischer und nahbarer als eine gründlich ausformulierte, phrasengedreschte Pressemitteilung.

Politprofi Ott entschied sich dennoch für letztere Variante, als seine Kandidatur durch die Neuauszählung der Kommunalwahlstimmen vom letzten Jahr erheblich erschwert wurde: So ergab die Neuauszählung eines Wahlbezirks, dass die Stimmzettel von SPD und CDU vertauscht wurden. In der Folge verlor Jochen Ott seinen Sitz im Kölner Stadtrat, da er als Letzter  über die Liste eingezogen war. ( Ausführliche Infos z.B.: WDR  oder Kölner Stadtanzeiger.  )

Ott reagierte am Tag der Neuauszählung (19.05) nicht via Facebook, wenn man vom Upload eines neuen Profilfotos absieht. Damit verpasste er die Chance der direkten Kommunikation mit den Bürgern. Auf Kommentare, ob von Kritikern oder langjährigen Anhängern, reagiert er nicht. Auch auf seiner Kandidaten-Homepage fiel kein Wort zur Neuauszählung und dem Verlust seines Sitzes im Rat.

 

Die Strategie einer traditionellen politischen Kommunikation wird sichtbar. Statt einer menschlichen Note vom Kandidaten selbst, veröffentlichte die Kölner SPD eine Pressemitteilung, die ohne ein Zitat von Jochen Ott auskommt, dafür aber mit einer ordentlicher Portion Siegesgewissheit in einer unbequemen Situation:

„Auf Vorschlag der SPD-Fraktion wird Jochen Ott seine Arbeit in den kommunalen Gremien im Wesentlichen unverändert fortsetzen, bis er ab September als Oberbürgermeister den Vorsitz des Rates übernehmen soll.“

Fest steht: Junge Leute kann Jochen Ott mit seiner klassischen Berufspolitiker-Online-Auftritt nicht überraschen. Er könnte allerdings seine zahlreichen offline Besuchs-Termine nutzen um online eine größere Reichweite zu gewinnen. Dafür müsste er gezielt auf seine Facebook-Präsenz hinweisen. Das kostet natürlich etwas mehr Zeit als ein Händedruck und ein Foto. 

Hier geht`s zum zweiten Teil: Jochen Ott ohne Twitter und Youtube

3 Kommentare

  1. Erika Schmidt sagt

    Ich finde Jochen Ott kommt etwas zu schlecht weg. Der Wahlkampf von der guten Frau Reker wirkt – meiner Meinung nach – etwas zu gewollt, verkrampft und zu sehr nach: „Ich muss unbedingt gewinnen – koste es was es was es wolle.“ Gut, Jochen Ott bricht sich kein Bein aus um zu gewinnen und mir selbst fällt die Entscheidung auch sehr schwer … aber was ist die Alternative? Henriette Reker, die Wahl-Lindenthalerin, kinderlos, die sich mit einer allzu tantigen Art an die Macht zu kämpfen versucht. Wird sie wirklich Köln retten können? Wird sie Köln entklüngeln oder doch eher fleißig mitklüngeln …

    • Helena sagt

      Ich bin keine Journalistin, ich schreibe hier meine subjektiven Beobachtungen auf 🙂 und ich habe beobachtet, dass Jochen Ott weniger Engagement in den online-Wahlkampf steckt als Reker. Das ist alles. Deine Kritik an Rekers Kampagne ist gerechtfertigt. Ich werd ihre Strategie nochmal ausführlich analysieren!

  2. Jackomo Leopardy sagt

    Köln liegt nicht nur links vom Rhein.

    Das ist natürlich besonders erhellend und
    wird Köln weiter nach voran bringen!

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