OB-Wahlkampf
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Politik im Blick

Herablassend war der Blick auf den Landtag NRW nur im geographischen Sinne, als abgeordnetenwatch.de am Donnerstag im schicken Rheinturm eine Pressekonferenz veranstaltete. Roman Ebener von abgeordnetenwatch.de stellte hier einigen Journalisten das Online-Frage-Portal zur OB-Wahl in NRW vor.

Unter https://www.abgeordnetenwatch.de/oberbuergermeisterwahl-nrw können Bürger ab sofort Fragen an 70 Kandidierende aus 13 großen Städten stellen.

Dafür hat abgeordnetenwatch.de die Mailadressen der Kandidaten ausfindig gemacht. Niemand wurde gefragt, ob er teilnehmen möchte, es ist aber auch niemand gezwungen die Fragen zu beantworten. Die teils rudimentären Social Media-Auftritte im Hinterkopf habend, dürften sich jedoch viele Kandidaten über das kostenlose Kommunikationsangebot freuen. Denn das Prinzip ist dasselbe wie bei Online-Partnerbörsen: Mitmachen ist kostenlos, wer aber sein Profil attraktiver hervorheben möchte, zahlt 99 Euro für den Upload eines Fotos.

So finanziert abgeordnetenwatch die Moderation der Fragen, die es geben muss, um sprachliche und gedankliche Ausfälle zu vermeiden.

Außerdem zahlt die Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln einen Teil der Kosten für dieses Projekt.

Bisher haben nur Mark Benecke und der Afd-Kandidat besagte 99 Euro locker gemacht. Marcel Hövelmann, das wissen wir, hat sein Wahlkampfbudget von 100 Euro bereits zur Hälfte ausgegeben und wird daher ohne Foto auskommen müssen. Von Henriette Reker und Jochen Ott erwarte ich, dass sie in den nächsten Tagen mit Fotos in ihren Profilen aufwarten.abgeordnetenwatch

Auf die Frage, wie lange die Kandidaten zum Beantworten der Fragen brauchen, antwortete Ebener mit einem Lächeln: „Das geht in Wahlkampfzeiten sehr schnell.“ Seine Erfahrung habe gezeigt, dass sich Politiker innerhalb einer Legislatur mehr Zeit lassen. „Einige kommen auch kurz vor der Wahl auf die Idee, alle angesammelten Fragen auf einmal zu beantworten um vor der Öffentlichkeit doch noch als auskunftsfreudig zu gelten.“

Das Portal von abgeordnetenwatch.de ist eine weitere Möglichkeit, Kontakt zu den Kandidaten aufzunehmen. Der Druck zu antworten ist hier höher als bei einer privaten Mail, da die Fragen und Antworten öffentlich sind. Deswegen ist das Konzept gut.

Auf der anderen Seite habe ich in diesem Wahlkampf gelernt: Das Problem ist nicht, dass interessierte Bürger keine Fragen an die Kandidaten stellen können. Das Problem sind auch nicht die Kandidaten, denn die beantworten bei jeder Podiumsdiskussion Fragen aus dem Publikum. Das Problem sind die sogenannten Antworten der Kandidaten, die zu oft inhaltsleer, vom Thema ablenkend und voller Phrasen sind. Daran wird vermutlich auch auch das Fragen-Portal nichts ändern.

4 Kommentare

  1. wolframcgn sagt

    “ …sprachliche und gedankliche Ausfälle zu vermeiden. …“

    Und dann mein Tweet. Frechheit. Meine Frage war weder sprachlich, noch gedanklich ein Ausfall.

  2. wolframcgn sagt

    (Warum werde ich nicht über Kommentare benachrichtigt? Dieses Interweb! Alles kaputt!)

    Aber gern. Meine Frage war:

    Thema: Städtebau und Stadtentwicklung

    Lieber Dr. Mark,

    als OB-Anwärter mit dem besten Aussehen und der großartigsten Partei im Rücken, möchte ich gerne Ihre Meinung zu einer persönlichen Herzensangelegenheit wissen.

    DIE PARTEI in Münster setzt sich unter https://die-partei.net/muenster/2015/08/11/partei-muenster-setzt-sich-fuer-allergiker-ein/ für Allergiker ein.

    Nun haben wir in Köln keine Allergien, trotzdem hat mich der Vorschlag nicht mehr losgelassen: Warum verfüllen wir den Rhein nicht mit Beton?

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Die nichtsnutzige* Prestige-KD würde nicht mehr gebraucht, die maroden Rheinbrücken verschlingen kein Geld mehr und würden überflüssig, man hätte beim RheinBoulevard die Möglichkeit, eine Rollschuhbahn auszuweisen (Der Herr Ott mag den Boulevard ja sehr, vielleicht kriegen wir darüber die korrupten* Sozen mit ins Boot!) Die CDU/andere Konservativen Feiglinge* bekommen wir über Wirtschaftsaufträge (Beton! Hoch-/Tiefbau!) extrem leicht mit ins Boot + den Grünen könnte man das als Trimm-Dich-Pfad/Fahrradstrecke bis zur Nordee verkaufen.

    Sie sehen, es handelt sich nicht um einen unüberlegten Schnellschuß von meiner Seite. Würden Sie sobald Sie gewählt sind, mein Anliegen umsetzen helfen?

    Freundliche Grüße von der verkehrstechnisch diskriminierten Schääl Sick,

    Name

    Die Antwort von den Spaßbremsen von Abgeordnetenwatch:

    Guten Tag Name,

    vielen Dank für Ihre Nachricht an Mark Benecke (PARTEI) über abgeordnetenwatch.de.

    Wir müssen Ihnen allerdings mitteilen, dass wir Ihre Nachricht in der uns vorliegenden Version nicht freischalten, da sie gegen den Moderations-Codex verstößt. Sie fällt in die Kategorie:

    – Beiträge, die keine Frageabsicht oder Aufforderung zur Stellungnahme erkennen lassen und hauptsächlich dem Zweck der Meinungsäußerung oder Kommentierung dienen

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir auf abgeordnetenwatch.de auf das Frage- und Antwort-Format großen Wert legen.

    Daher würden wir uns freuen, wenn Sie Ihr Anliegen noch einmal in konkreten und offenen Fragen formulieren würden. Leider erscheint uns Ihre Frage nur als Scherzfrage. Wenn Sie Fragen zu einem realen Problem/Sachverhalt haben, können Sie diese gerne humorvoller gestalten und stellen, aber Fragen, die nicht ernst gemeint sind, möchten wir aus Rücksicht auf unsere Leser eher vermeiden.

    Bitte beachten Sie, dass Sie die Frage ERNEUT auf abgeordnetenwatch.de im Eingabefeld auf der Profilseite von Mark Benecke (PARTEI) stellen müssen, da wir sie nur auf diesem Wege bearbeiten können.

    Wir werden Mark Benecke (PARTEI) Ihre Nachricht aber zur Kenntnisnahme weiterleiten (aus Datenschutzgründen ohne Ihre e-Mail-Adresse).

    Wir hoffen auf Ihr Verständnis und darauf, dass Sie abgeordnetenwatch.de weiterhin nutzen.

    Wenn Sie Fragen zur Moderationsentscheidung haben, dann bitten wir um eine kurze Rückmeldung an moderation@abgeordnetenwatch.de. Bitte verändern Sie dabei NICHT den Betreff und Ursprungstext der eMail, damit eine zeitnahe Bearbeitung Ihrer Anfrage stattfinden kann.

    Den Moderations-Codex finden Sie unter: http://www.abgeordnetenwatch.de/codex

    Mit freundlichen Grüßen

    Name, Dezernat für Spaßbremserei + Miesepetrigkeit, Abteilung „Zerstörte Hoffnung“, Buchstabe S-M*

    *möglicherweise modifiziert

    Zugegebenermaßen ist die Argumentation nicht ganz falsch, aber verurteilen tU ich

  3. wolframcgn sagt

    Ein ironisches „danke“ für die nicht-vollendung meines Satzes. Trotz freundlicher bitte. Ts! Die Jugend von heute!

    Was ich schreiben wollte, aber aufgrund der Glitschigkeit Ihres Internet-Blogs (Referenz netzpolitik.org) + meiner arthritisch-feisten Gichtknorpel nicht zu Ende schreiben konnte:

    Zugegebenermaßen ist die Argumentation nicht ganz falsch, aber verurteilen tue ich Sie trotzdem aufs schärfste.

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